Prinzessinempfang E-Mail

Der erste Prinzessinempfang 1951 war ein Frühstück, das hartgesottene Elferatsmitglieder nach einer Sitzung einläuteten, indem sie nachts um fünf erst die Prinzessin und dann den Prinzen aus dem Bett klingelten und anschließend Eier backten. Später wurde das Eierbacken zu einem kleinen Fest ausgedehnt, das nur die Garde und der Elferat mit dem Prinzenpaar feierten.

Im Laufe der Jahre kamen viele Aktive hinzu. So wurde sich immer am letzten Sonntag der Session bei der Prinzessin bzw. deren Eltern zusammengefunden und ausgelassen gefeiert.

Bei belegten Broten oder Büfetts erlebte man Highlights wie „Bismarkhering-Wettessen„ oder „Bobfahren auf der Treppe und Stühlen„. In einem Jahr sammelte man sogar vor Einarbeitung einer Holzdecke „Unterschriften für die Ewigkeit„. In einer anderen Session stand, passend zum damaligen aktuellen Karnevalshit, ein „Pferd auf``m Flur„.

Die trotzdem stattfindende Saalreinigung (und früher auch die Bestuhlung für den Rosenmontag) war durch die vereinsinterne Feier, Jahr für Jahr wieder für manchen mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden.

Schließlich nahm der Prinzessinempfang solche Ausmaße an, daß er in der Session 88/89 mit dem Sessionabschluß und der Hoppeditz - Verbrennung am Faschingsdienstag zusammengelegt wurde. Ab nun wurden auch Freunde des Prinzenpaares und alle Helfer und Aktiven der Gesellschaft eingeladen.

Im Jahr des Golfkrieges, in dem der Straßenkarneval entfiel und der Prinzessinempfang auf den Rosenmontag vorverlegt wurde, gab es erstmals auch ein Programm: Drei sonst solide Männer, rockten „beinhart„ im Lederoutfit und mit Gitarren über die Tische und Bänke. Jahre später – mittlerweile sorgten Playbackshows, Büttenreden und Spiele für ein mehr oder weniger spontanes, abwechslungsreiches Programm – waren wieder zwei beinharte Rocker von der Road 66 auf original Miniatur-Motorrädern zu Besuch. Und schließlich hatte sich in der letzten Session ein durstiger Sultan mit seiner Karawane und einem riesigen Stoffkamel in den ehemals „Blauen Saal„ verlaufen.

Das Prinzenpaar, vorwiegend natürlich die Prinzessin werden aber nicht nur mit Vorträgen beschenkt, sondern erhalten von den Gruppen, Tänzern und Rednern kleine persönliche Präsente. So bekommt die Prinzessin jedes Jahr traditionsgemäß von der Männergarde und den Incognitos zwei kleine Puppen in deren aktuellen Schautanzkostümen.

Zu den Ehrengästen zählen seit einigen Jahren nicht zuletzt das Kinder- und Jugendprinzenpaar und deren Eltern.

Natürlich ist der Prinzessinempfang heute nicht mit weniger Anstrengungen verbunden wie früher, schließlich muß der Rosenmontagsfestplatz morgens abgebaut und aufgeräumt, der kleine Festsaal gestellt und geschmückt und vom Prinzenpaar und einigen Helfern Brote geschmiert werden.

Der Hopeditz, der traditionell um 21.11 Uhr verbrannt wird, muß gebaut werden und am Mittwoch beseitigen dann fleißige Hände die letzten Spuren des Karnevals, in Hoffnung darauf, daß im kommenden Jahr der Prinzessinempfang und somit der Sessionabschluß wieder ein so amüsantes und gelungenes Fest werden wird.